Eckpunkte für Öffnungsstrategien

«Eckpunkte für Öffnungsstrategien» sollen Kultur wiederbeleben

Illuminierter «Molecule Man» in Berlin
Illuminierter «Molecule Man» in Berlin, Foto: Paul Zinken/dpa-zb-Zentralbild/d

Die Kulturminister von Bund und Ländern haben sich auf Eckpunkte für die weitere Öffnung des kulturellen Lebens in der Corona-Krise verständigt. In einem sechsseitigen Konzept für Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Regierungschefs der Länder spricht sich die Ministerrunde für «eine planvolle Öffnung weiterer kultureller Einrichtungen und Aktivitäten» aus. «Eine dauerhafte Schädigung der reichhaltigen Kulturlandschaft hierzulande muss verhindert werden», heißt es in dem der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegenden Papier.

Mit der Öffnung erster Bibliotheken, Museen oder Ausstellungshäusern seien bereits wichtige Schritte gemacht worden. Nun sollen Vor-Ort-Konzepte entwickelt werden, «die individuell an die jeweilige Spielstätte, Einrichtung oder Veranstaltung angepasst sind». In Theatern sollen Sitzplätze und ganze Sitzreihen ausgelassen werden. Künstlerische Programme sollen den veränderten Bedingungen angepasst werden, etwa durch kleinformatige Darbietungen oder Freiluftaufführungen. Für Kinos sollen, soweit nicht bereits in den Ländern festgelegt, «möglichst nahe beieinanderliegende Wiedereröffnungstermine angestrebt werden».

Coronavirus - Museen wieder geöffnet
Coronavirus - Museen wieder geöffnet, Foto: Jörg Carstensen/dpa

Die «Eckpunkte für Öffnungsstrategien» der Kulturminister

Die Kulturminister von Bund und Ländern haben in einem sechs Seiten umfassenden Konzept für Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Regierungschefs der Länder «Eckpunkte für Öffnungsstrategien» für die Kulturszene festgelegt. Die Deutsche Presse-Agentur dokumentiert Auszüge aus dem der dpa vorliegenden Papier:

HYGIENE- UND SCHUTZKONZEPTE

- Vom Zutritt ausgeschlossen werden Personen mit unspezifischen Allgemeinsymptomen sowie respiratorischen Symptomen jeglicher Schwere sowie Kontaktpersonen mit engem Kontakt zu Covid-19-Fällen

- Begrenzung der Besucherzahlen durch Auslassung von Sitzplätzen und ganzen Sitzreihen, Einrichtung von Ticketing-Systemen, die flexibel einen automatischen Mindestabstand an Ticketkasse vor Ort und Online-Buchung ermöglichen.

- Gezielte Leitung der Besuchsströme, obligatorische Sitzplatzreservierungen mit geregeltem Einlassverfahren (Verstärkung kontaktloses Bezahlen, Verzicht auf Abriss oder Scan der Karten, zeitversetzter Einlass je Saal und Auslass der Besucher durch separaten (Not-)Ausgang).

- Ergänzendes Konzept zur Verringerung der Aerosole-Belastung in den Sälen und Innenräumen analog der Praxis zu sonstigen geschlossenen Räumen

- Erfassung und Speicherung der Kontaktdaten der Besucher und Sitzplatzbelegung zur Nachverfolgung bei Erkrankungsausbruch

SCHUTZ DER KÜNSTLERISCHEN AKTEURE

- Erfordernis unterschiedlicher Abstandsregelungen, z. B. für Darsteller/innen auf der Bühne, Musiker/innen im Orchester bzw. Chor und Tänzer/innen, Schauspieler/innen

- Möglichkeit der Verringerung der Abstände durch alternative Schutzmaßnahmen (z. B. technische Einrichtungen, persönliche Schutzausstattung, Trennwände)

- Beschränkung der zulässigen Personenzahl hinsichtlich der Fläche, beispielsweise in Probenräumen und Garderobenräumen

KONZEPTIONELLER ANPASSUNGSBEDARF

- Möglichst zügige Wiederaufnahme des Probenbetriebs für möglichst alle Sparten, um die Zeit bis zur geplanten Wiederaufnahme des Spielbetriebs nach der Sommerpause für notwendige Vorbereitungen und Neukonzeptionen zu nutzen

- Kleinformartige Darbietungen sowohl in geschlossenen Räumlichkeiten als auch im Freien

- Freiluftaufführungen, Formate in kleinerer Besetzung als Alternativen

- Mehrfachaufführungen kürzerer Programme

HANDLUNGSEMPFEHLUNGEN FÜR KINOS

- Viele Kinos sind wesentlich vom überregionalen, oft bundesweit einheitlichen Programmangebot und Filmstarts der Filmverleiher abhängig. Ausreichend Planungsvorläufe für die bundesweite Herausbringung neuer Filme tragen also zu einem erfolgreichen Neustart der Kinos bei.

- Soweit noch keine Festlegungen getroffen wurden, sollten durch die in den Ländern zuständigen Stellen möglichst nahe beieinanderliegende Wiedereröffnungstermine angestrebt werden.

- Im Hinblick auf die Saisonalität einiger Sonderformate des Kinos und ihre abweichende räumliche Situation sollten Open Air und Autokinos - soweit noch nicht erfolgt - baldmöglichst (wieder-)eröffnet werden. (17.05.2020, dpa)

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Coronavirus - Gesundheitsministerkonferenz, Foto: Kay Nietfeld/dpa

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