BER: Finanzhilfen wegen Corona?

BER könnte wegen Corona noch mehrere Jahre Finanzhilfe brauchen

Flughafen BER
Flughafen BER, Foto: Michael Kappeler/dpa

Der neue Hauptstadtflughafen BER könnte in Folge der Corona-Krise laut Betreiberangaben nach dem Start zunächst ein Zuschussgeschäft werden. «Wir werden auch in 2021, 22, 23 möglicherweise noch Unterstützung benötigen», sagte Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup am Montag im Sonderausschuss des Brandenburger Landtags. Es werde längere Zeit dauern, bis die Passagierzahlen wieder so seien wie vor der Krise.

Der BER soll Ende Oktober in Betrieb gehen. Von den Bestandsflughäfen soll Tegel spätestens im November schließen, Schönefeld wird Teil des neuen Flughafens am selben Standort.

Für dieses Jahr hatten die Betreiber die Finanzlücke im laufenden Geschäft in Schönefeld und Tegel auf bis zu 300 Millionen Euro beziffert. Im Herbst wolle der Aufsichtsrat über die Zeit nach 2020 beraten, sagte Lütke Daldrup. Wie mit der Finanzsituation umzugehen sei, werde dann auch mit den Flughafen-Eigentümern besprochen - das sind der Bund sowie die Länder Berlin und Brandenburg.

Das Unternehmen habe es momentan schwer, Kredite zu bekommen. Und auch der BER ist noch nicht komplett bezahlt. Dessen Finanzrahmen liegt aktuell bei 6,5 Milliarden Euro, gut drei Mal so hoch wie beim Baustart 2006 angegeben.

Baumängel, Planungsfehler und verschobene Eröffnungstermine trieben die Kosten in die Höhe. Erst ab 2025 rechnet das Unternehmen mit Gewinn. Und erst dann ist es in der Lage, Schulden zu begleichen.

Auch ohne Corona-Krise klafft nach Unternehmensangaben im Businessplan der nächsten vier Jahre noch eine Lücke von 792 Millionen Euro. Ursprünglich hieß es, dieses Geld werde für den Ausbau des Flughafens nach der Eröffnung gebraucht. Nun sollen damit vor allem noch Rechnungen für den BER bezahlt werden.

Einen Teil der Lücke wollten die Betreiber eigentlich mit unverbürgten Krediten in Höhe von 400 Millionen Euro füllen. Am Montag hieß es: «Zur Zeit werden wir sie nicht bekommen.» Die Verwerfungen an den Finanzmärkten seien extrem.

Einen Vorteil bietet sich dem Unternehmen in der Corona-Krise jedoch, wie Aufsichtsratschef Rainer Bretschneider deutlich machte. Der BER müsse nicht gleich unter Volllast ans Netz gehen. Bretschneider bemerkte: «Was dem einen sein Uhl, ist dem andern sein Nachtigall.» (18.05.2020, dpa)

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